Eine Geburt ist für jede Frau einzigartig, neu und überwältigend.

Für viele werdende Mütter ist die Freude gerade beim ersten Kind auch überlagert mit Ängsten und der Sorge, ob frau das schafft und wie gefährlich eine Geburt für das Kind ist, ob sie den Schmerzen gewachsen ist oder ob nicht doch der geplante Kaiserschnitt eine Option darstellt. Ein Geburtsvorbereitungskurs kann helfen, sich mit diesen Fragen auseinander zu setzen, ebenso Gespräche mit deiner Hebamme.

Wenn die Geburt dann beginnt ist es wichtig, Personen des Vertrauens um sich zu haben, einen Partner, eine Hebamme, vielleicht eine Freundin, die Mutter. Genauso wichtig wird der Ort, an dem frau sich sicher und wohl fühlt, an dem sie sich öffnen und gebären kann.

Wie lange eine Geburt dauert, kann niemand voraussagen. Erstgeburten dauern im Allgemeinen länger als Zweit- oder Drittgeburten. Statistiken können den individuellen Verlauf einer Geburt nicht erfassen und geben daher keinen verlässlichen Aufschluss über eine erwartete Geburt. Während meiner Tätigkeit als Hebamme habe ich sehr schnelle Erstgeburten wie auch länger andauernde Zweitgeburten begleitet oder erfahren.

Als Hebamme überwache ich, wie es dir und deinem Kind geht, über Ultraschall (Dopton), bei Wunsch auch über das Pinar Rohr und mit Hilfe gezielter Abfragen und einer sorgfältigen Beobachtung den Schwangerschaftsverlauf.

Wenn Hebamme und werdende Mutter sich gut kennen, wie beispielsweise bei einer Haus- oder Geburtshausgeburt, fällt die Beobachtung nicht so sehr auf. Sie ist eher eine Form des beobachtenden Begleitens. Frau wird massiert, bekommt zu trinken, die Hebamme tastet sanft den Bauch ab. Dabei erstellt die Hebamme ein möglichst genaues Bild von der augenblicklichen Situation für die Schwangere und das noch ungeborene Kind, von dem, was benötigt wird, und ob eventuell Schwierigkeiten zu erwarten sind.

In den normalen Geburtsverlauf wird dann eingegriffen, wenn sich Komplikationen anbahnen. Sollte das nicht möglich sein, muss über eine Verlegung in eine Wunschklinik gesprochen und diese in Ruhe vorbereitet werden. Sind tatsächlich Schwierigkeiten zu erwarten, wird zügig in die nächste Klinik verlegt.

Bei einer Klinikgeburt kann oftmals nicht so umfassend und intensiv auf die Frau eingegangen werden. Sowohl die Geburt als auch die Patientin Frau unterliegen klinischen Standards.

Eine Hebamme ist die Fachfrau für eine normal verlaufende Geburt, darauf ist sie spezialisiert.
Bei starken Abweichungen, also bei pathologischen Verläufen, muss ein Arzt hinzugezogen werden, der dann auch die Leitung der Geburt übernehmen kann.

Besonderheiten

Zwillinge

Doppeltes Glück auf einmal. Zwillinge zu bekommen ist eher selten. Manchmal ist die Schwangerschaft anstrengender als bei einem Kind. Nach der Geburt dauert der Prozess, in dem sich Eltern und Kinder als Team einspielen, bestimmt länger.

Eine Zwillingsschwangerschaft kann normal verlaufen, die Geburt kann normal, also spontan, verlaufen, und auch das volle Stillen von zwei Babies ist möglich. Aber mit Sicherheit sollte man Zwillinge nicht mit Einlingen vergleichen, denn das doppelte Glück bedarf anderer Vorbereitungen und Planung.

Als Hebamme begleite ich euch gerne in Zusammenarbeit mit eurer Gynäkologin.

Frühgeburt

Frühgeburten sind alle Kinder, die vor der 37+0 Schwangerschaftswoche geboren worden sind. Diese Kinder haben häufig besondere Bedürfnisse.

Gerade hier kann eine Hebamme bei Stillschwierigkeiten helfen, und natürlich begleitet sie die Mutter wie jede andere Frau im Wochenbett auch. Liegt das Kind noch im Inkubator, kann die Hebamme auch Klinikbesuche durchführen.

Beckenendlage(BEL)-Geburten

Wenn das Kind beschließt, mit dem Po zuerst zur Welt zu kommen, ist das eigentlich kein Problem. Die normale Geburt aus BEL ist in den meisten Fällen möglich.

Um Schwierigkeiten vorzubeugen, wird bei einer gewünschten Geburt aus Beckenendlage untersucht, ob das Becken der Frau eine normale Geburt zulässt und ob das Kind eventuell zu groß sein könnte.

Es ist empfehlenswert, bei Beratungen zu einer Beckenendlagegeburt eine Klinik auszuwählen, die eine Geburt aus BEL auch als normal ansieht. Die meisten Kliniken neigen eher dazu, einen Kaiserschnitt zu empfehlen.

Saugglocke und Kaiserschnitt

Saugglockengeburten (Vakuumgeburt) und Kaiserschnitte sind invasive Eingriffe in den Geburtsverlauf, um eine Geburt schnellst möglich zu beenden. Beide Eingriffe werden ausschließlich in Kliniken durchgeführt. Sie werden nur angewandt, um eine Gefährdung für das Kind zu beenden.

Beide Geburtsarten sind häufig traumatisch für die ganze Familie, und es besteht Bedarf, das zu reflektieren und zu bearbeiten. Hebammen können hierbei gute Unterstützung leisten.

Der geplante Kaiserschnitt

Hier entscheidet sich die Frau in Beratung mit der Hebamme und der Klinik, dass die Schnittentbindung für sie oder das Kind die geeignete Art der Geburt ist. Auch hierauf kann frau sich im Vorfeld mit der Hebamme vorbereiten, um diesem großen, aufregenden, aber auch beängstigenden Tag gut zu erleben.

Nach dem Kaiserschnitt bleibt frau im Normalfall vier bis fünf Tage in der Klinik. Dem schließt sich eine mehrtägige Schonzeit an, da ein Kaiserschnitt eine große Bauch-OP ist, auch wenn das bisweilen anders dargestellt wird.

GEBURT